
Logo-Gestaltung und Logo-Entwicklung
Die Entwicklung eines ansprechenden, funktionierenden und effektiven Logos muss einige grundlegende Anforderungen erfüllen um im täglichen Einsatz, in den verschiedenen Medien und über eine lange Zeit dem Träger zum Erfolg zu verhelfen. Schließlich handelt es sich bei einem Logo um einen der wichtigsten grafischen Bausteine im gesamten Wirken eines Unternehmens nach Außen. Wir zeigen Ihnen was Sie beachten sollten:
Es geht los! Die Analyse in der Logoentwicklung
Bevor man sich als Gestalter an die eigentliche Umsetzung eines Logogramms setzt, gibt es eine Reihe offener Fragen. Ohne persönliches Gespräch und die Klärung der wichtigsten Sachverhalte, entspricht das Logogramm selten den Erwartungen des Kunden. Die benötigten Informationen lassen sich grob in folgende Kategorien aufteilen:
Unternehmensanalyse
Unternehmensanalyse
Die Analyse des Unternehmens ist eine grundlegende Voraussetzung für die Erstellung eines neuen Erscheinungsbildes. Schon existierende Kommunikationsmaßnahmen müssen beleuchtet und analysiert werden. Insbesondere Corporate Culture und Corporate Language können wichtige Aussagen zur Umsetzung eines Firmenzeichens liefern.
Folgende Fragen dienen als Hilfestellung:
- Gibt es festgelegte Farben, Schriften, Formen oder Elemente die beibehalten oder bewusst geändert werden sollen?
- Mit welchen Adjektiven kann das Unternehmen am ehesten beschrieben werden (stylisch, innovativ, technisch, offen, unkonventionell, modern, konservativ)?
- Welche besonderen Eigenschaften zeichnen die Firma aus (schnelle Lieferung, besonderer Service, Verwendung neuester Technik, umweltfreundliche Produktion)?
Konurrenzanalyse
Konurrenzanalyse
Die Aufgabe einer Umfeldanalyse, Konkurrenzanalyse oder Marktanalyse ist es, die im Wettbewerb befindlichen Firmen auf Stärken und Schwächen hin zu untersuchen. Bei einer Logoentwicklung beschränkt sich diese Analyse hauptsächlich auf gestalterische Gesichtspunkte (Farben, Formen und Schriften sowie deren Auffälligkeit, Prägnanz und Wiedererkennbarkeit). Diese Punkte geben Orientierungshilfen für die eigene Erscheinung.
Eine Konkurrenzanalyse teilt sich immer in zwei Bereiche: Vergleich und anschließende Bewertung. Ziel ist es vom Wettbewerb zu lernen und es besser als die Besten zu machen.
- Welche direkten/indirekten Konkurrenten gibt es und wie präsentieren sich diese?
- Von welchen möchte man sich besonders abheben und warum?
- Gibt es gestalterische Besonderheiten, die bei Wettbewerbern positiv bzw. negativ auffallen?
Marketingziele
Marketingziele
Ziele, die im Marketing angestrebt werden, leiten sich meist aus den Unternehmenszielen ab. Die wichtigsten sind Kundenzufriedenheit, Wettbewerbsfähigkeit, Qualität des Angebotes, Produktivitätssteigerung, Wachstum des Unternehmens, Ansehen in der Öffentlichkeit, Macht und Einfluss auf den Markt. Auch solche Ziele können vereinzelt mit in die Gestaltung einfließen.
Tonalität
Tonalität
Tonalität bedeutet die „Sprache des Unternehmens“ und ist für dessen Darstellung äußerst wichtig, da die richtige Wortwahl immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wie spricht man seine Zielgruppe an? Welchen individuellen Unternehmensstil möchte man sprachlich darstellen: diskret, seriös, frech, rational?
Nachfolgend ein paar Tipps zum „Selbstprüfen“ bestehender Texte:
- Tippfehler und Stilblüten vermeiden
- Texte laut vorlesen
- Worüber stolpert man?
- Sich beim Lesen in die Zielgruppe reinversetzen.
- Welchen Eindruck hinterlässt der Text beim Leser?
- Sind Sätze zu lang, zu verschachtelt, zu kompliziert?
- Fachbegriffe auf Relevanz und Verständlichkeit prüfen
Briefing und Rebriefing
Briefing und Rebriefing
Unter Briefing versteht man die Auftragserteilung für werbliche Arbeiten. Die zuvor beschriebenen Punkte „Unternehmen“, „Konkurrenz“, „Marketingziele“ und „Tonalität“ sind die wichtigsten Inhalte eines Briefings. Mit Hilfe dieser Zusammenfassung teilt der Kunde der Agentur den Zweck der Bestellung mit und beschreibt die grundsätzlichen Bestimmungsgrößen des Auftrages. Je exakter diese Informationen sind, umso sicherer kann er sein, dass der Auftrag nach seinen Wünschen umgesetzt wird. Entscheidend ist, dass alle wesentlichen Daten und Fakten beschrieben werden. Neben den genannten Inhalten sind die Nennung der umzusetzenden Medien, Werbeziele, Werbeobjekte, Termine, Meilensteine und der finanzielle Rahmen von großer Bedeutung.
Nach einem Briefing, welches einen Auftrag aus Sicht des Kunden darstellt, kann ein Rebriefing vereinbart werden. In diesem legt die Agentur ihr Verständnis des Auftrages vor. Somit können Unklarheiten und Missverständnisse ausgeräumt werden, bevor sie Kosten verursachen.
Der Markenname und seine Bedeutung
Der Name spiegelt den einzigartigen Charakter eines Unternehmens wider. Er definiert seine Identität und macht es unverwechselbar. Ein guter (Marken-)name weckt positive Assoziationen und Emotionen. Er schafft Vertrauen in die Werte eines Unternehmens und garantiert für dessen Qualität und Leistung.
Der Markenname
Der Markenname
Ein sorgfältig ausgewählter Markenname bringt entscheidende Wettbewerbsvorteile: Er sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert und ermöglicht eine rechtliche Absicherung gegen Nachahmungen. Es zahlt sich aus, der Entwicklung eines Namens höchste Bedeutung beizumessen, da dieser dauerhaft mit der Firma verbunden bleibt. Bei der Kreierung ist daher darauf zu achten, dass der Name kurz und prägnant ist. Er sollte sich problemlos und flüssig lesen lassen und – besonders bei international agierenden Unternehmen – in anderen Ländern verstanden und ausgesprochen werden können. Weiterhin ist dessen Bedeutung in andern Sprachen zu prüfen. Deutschen Umlaute oder das „ß“ sind möglichst zu vermeiden.
Ansatz und Hilfestellung
Ansatz und Hilfestellung
Da der Name entscheidend für das Erscheinungsbild ist, bedarf der Entwicklung besondere Aufmerksamkeit. Zu Beginn werden Begriffe gesammelt, die auch im weiteren/ übertragenen Sinn mit der Firma in Verbindung stehen. Weitere Alternativen können sein:
- (griechische) Götter
- Kombination aus Buchstaben von Namen (Firmengründer, Familienmitglieder)
- Zusammenfassung von Eigenschaften, die eine Firma/ein Produkt hat/nicht hat
- Synonyme von Begriffen oder deren Übersetzung in andere Sprachen
Die nachfolgenden Tabellen sind eine kurze Auswahl bekannter Namen mit deren Bedeutung.
Namen aus Anfangsbuchstaben von Firmengründern
Namen aus Anfangsbuchstaben von Firmengründern
| Adidas | Sportartikel | Adolf (Adi) Dassler |
| Aldi | Supermarkt | Albrecht und Anfangsbuchstaben von Discount |
| C&A | Kaufhauskette | Clemens und August Brenninkmeyer |
| Eduscho | Kaffee | Eduard Schopf |
| Haribo | Süßwaren | Hans Riegel und Firmensitz Bonn |
Namen mit Bezug auf Götter und Gottheiten
Namen mit Bezug auf Götter und Gottheiten
| Nike | Sportartikel | griechische Göttin des Sieges |
| Penaten | Creme | die Penaten, Schutzgötter des Hauses |
Namen aus Abkürzungen
Namen aus Abkürzungen
| Aral | Treibstoff | Bestandteile: Aromaten und Aliphaten |
| Aspirin | Schmerzmittel | Bestandteile: Acetyl und Spirsäure |
| Fiat | Automobile | Fabricca Italiana Automobili di Torino |
| Kaffee HAG | Kaffee | Kafee-Handels-Aktien-Gesellschaft |
| LTU | Fluggesellschaft | Lufttransport-Unternehmen |
| Milka | Schokolade | Bestandteile: Milch und Kakao |
| NUK | Sauger (Babyflaschen) | natürlich und kiefergerecht |
| Onko | Kaffee | ohne Koffein |
| OSRAM | Glühbirnen | Bestandteile des Glühfadens: Osmium und Wolfram |
| Persil | Waschmittel | Bestandteile: Perborat und Silikat |
| Swatch | Uhren | Swiss Watch |
| o.B. | Tampons | ohne Binde |